Es war nur ein kleiner Versprecher. Eigentlich ging es um etwas ganz anderes. Oder etwa doch nicht? Der Versprecher fiel in einer Projektgruppe. Sie hat sich mit der Frage befasst, wie die Mitarbeitenden der Pfarrei nach der Firmung mit jungen Erwachsenen in Kontakt bleiben oder treten können. Wie sie herausfinden können, ob junge Erwachsene überhaupt Interesse an einem Angebot der Pfarrei haben könnten. Und wie ein solches Angebot aussehen könnte. 

Natürlich wollte das Mitglied der Projektgruppe sagen: «Wenn die Jugendlichen dann gefirmt sind…» Weil wir vorher aber gerade über Corona-Massnahmen diskutiert hatten, wurde aus «gefirmt» dann «geimpft».  

Das hat in der Gruppe natürlich für einen Lacher gesorgt. Aber vielleicht können wir aus dem Versprecher ja auch etwas für die Firmung mitnehmen? 

Bei einer Impfung werden gezielt lebende oder tote Mikroorganismen oder Bestandteile davon in den Körper gebracht. Das körpereigene Immunsystem kommt dabei mit den Krankheitserregern in Kontakt und lernt, sie zu bekämpfen. Im besten Fall gelingt es, eine Krankheit so fast vollständig auszurotten. Wenn es bei der Firmung nun so ähnlich wäre? Firmung bedeutet ja «Bestärkung» (lat. firmare = festmachen, kräftigen; firmus = stark).  

Könnte die Firmung denn die Jugendlichen stark machen gegen andere globale «Seuchen» und Bedrohungen unserer Zeit? Jugendliche nennen da beispielsweise Klimaerwärmung und Umweltzerstörung, Polarisierung der Gesellschaft, Druck zur Selbstoptimierung. 

Wenn die Firmung eine Impfung wäre, dann würde sie Jugendliche also stark machen gegen diese Bedrohungen. Sie würde Jugendliche unterstützen, als je einzelne einen Umgang mit diesen Themen zu finden. Und mehr noch: Es geht beim Impfen immer auch darum, uns als (globale) Gesellschaft vor einer Bedrohung zu schützen. Wir sprechen von «Herdenimmunität». Für die Firmung könnte das heissen: Firmung müsste Jugendliche bestärken, gemeinsam aktiv zu werden. Auch politisch. Nicht nur für sich selber, sondern auch für andere. Weil es eben weltweite Herausforderungen gibt, die alle Menschen betreffen: Klima- und Umweltschutz, toleranter und fairer Umgang untereinandermehr Gelassenheit im Umgang mit Vielfalt.  

Soweit mein Gedankenspiel. Vielleicht kann es ja da oder dort eine Inspiration für die nächste Firmvorbereitung sein? Ich frage mich: Hatte beim Versprecher wohl der Heilige Geist seine Hände im Spiel? 

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