Nun, es ist zwar noch nicht mal November, ja noch nicht einmal Halloween und Samichlaus! Aber umgeben von Weihnachtsdeko und Guetzlis beim Einkaufen, kreisten meine Gedanken automatisch um dieses alljährliche Fest während ich die Milchtüten in meinen Korb legte.

Wie war das als Kind, das Warten auf Weihnachten? Auf die Geschenke. Was für eine herrliche, aufregende Zeit. Die Tage wollten nicht vergehen. Die Stunden schlichen um die sich ausdehnenden Minuten je näher der Tag kam.
Und heute rast die Zeit nur so dahin!

Dieses ist noch zu erledigen. Und Jenes zu vollbringen. Backen. Einpacken. Und erst recht das Ausdenken von Freudenbringern. Das Schmücken. Das Festessen bereiten. Einkaufen. Traditionen weiterführen die über Generationen herangewachsen sind.
Habe mir geschworen eine Checkliste anzulegen, um nichts unters Eis geraten zu lassen. Jedes Jahr habe ich mir das vorgenommen. Doch gute Vorsätze schmelzen oft wie Schnee an der Sonne dahin.
Sich in Gedanken verlieren, grübeln was noch zu erledigen ist, führt bei Vielen nicht zu strahlend guter Laune. Eher zum Gegenteil. Mürre kommt auf statt Myrrhe. Zum Verzweifeln. Ich kämpfe dagegen an.

Und dann kommt der Tag. Der Abend. Festlich gekleidet oder im Trainer trifft sich die Familie.
Super, alles geglückt. Die Bescherung folgt und Aufregung aus Kinderzeiten macht sich in mir breit. Werden die Beschenkten sich freuen, das Leuchten in Kinderaugen aufflammen?

Mmh, und für wen wohl das rieeesengrosse Paket mit dem schönen Glitzerpapier ist, für mich?

Und da zeigen dann alle mit Zeigefingern auf dieses Paket, welches fast grösser ist als der Weihnachtsbaum der danebensteht. „Für Dich“, rufen alle gleichzeitig. „Auspacken“, rufen sie weiter. Sorgfältig entferne ich das Papier, das kann wiederverwertet werden. Eine Schachtel kommt zum Vorschein. In dieser eine weitere und noch eine weitere. Es will nicht enden. Bis ein klitzekleines Behältnis zum Vorschein kommt.

Eine Art Schmuckkästchen. Ohrringe? Ein Anhänger? Ich öffne den Verschluss. Ein Zettelchen liegt im Inneren, wie eine Urkunde schön aufgerollt. Hmm, was soll das, befällt mich ein Gedanke. Entferne dann die Kordel um das gerollte edle Papier.

und lese: „WIR SCHENKEN DIR ALLE ZEIT!!! GENIESSE SIE!“
Ich bin sofort berührt und freue mich!
Zeit zu schenken ist doch das Grösste was zu Schenken ist.

Ob Weihnachten oder in sonst einer Zeit im Jahr. Und angesichts der aktuellen Lage, werden einige von uns in den kommenden Wochen vermutlich wieder ein wenig mehr von diesem wertvollen Schatz zur Verfügung haben. Nutzen wir ihn doch, und schenken und teilen ihn mit unseren Liebsten.

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