Mit der Corona Krise und den vielen Online-Sitzungen hat die Nachfrage nach Nasenoperationen offenbar rapide zugenommen. So wusste jedenfalls Thomas Wallimann-Sasaki bei seinem Referat der Pastoralkonferenz am vergangenen Mittwoch eingangs zu berichten.

Wir wollen gut aussehen – auch am Bildschirm.
Wir überlegen uns auch, in welchem Licht wir uns und unsere Räume präsentieren.
Welchen Hintergrund nehmen wir? Belassen wir es beim Original oder wählen wir aus einer Vielzahl virtueller Hintergründe? Lassen wir den Hintergrund weichzeichnen oder nicht?

Man darf eben einfach nicht scheisse aussehen. Niemand will scheisse aussehen.

Und denen, die jetzt behaupten, dass sie überhaupt nicht darauf achten, wie sie aussehen, weil sie immer nur auf die anderen schauen, denen glaube ich nicht so ganz.

Klar, ich habe auch die Tendenz zu denken: Naja, wir haben gerade echt andere Probleme. Da gibt es die, die schon zum zweiten Mal in diesem Jahr den Arbeitsplatz verlieren, die, die ihre Miete nicht mehr zahlen können, Selbständige, die nicht wissen, wie es weiter gehen soll, Menschen, die sich aus Angst isolieren…
Aber es hilft ja nicht weiter, mit dem moralischen Zeigefinger darauf hinzuweisen, dass es gerade um ganz andere Themen geht als darum, wie wir aussehen.

Die Angst davor, scheisse auszusehen sagt viel über unsere Gesellschaft aus.
Man muss gut aussehen, fit sein, sportlich, schlank, leistungsorientiert und effizient und sich laufend selbst optimieren. Dann gehört man auch nicht zu denen, die ihren Arbeitsplatz verlieren. Oder?

Vielleicht ist das der Punkt, über den wir uns Gedanken machen müssen.

Was können wir als Kirche dazu beitragen, dass  in unserer Gesellschaft wieder deutlicher wird, dass Leistung und Effizienz eben nicht das Mass der Dinge sind?

Und vielleicht schaffen wir es dabei auch noch, trotzdem oder genau deswegen nicht scheisse auszusehen. Das wäre doch mal was.

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