Im Home-Office sitzend ist es ratsam, sich ab und an zu bewegen. So dachte ich mir letzte Woche, dass nun ein idealer Moment zum joggen im Wald sei. Der Waldweg zunächst wunderbar schneefrei und angenehm zu laufen. Je höher dieser stieg, desto mehr Schnee und Matsch lag da als zusätzliche Herausforderung. Beim dritten Tritt in eine schneebedeckte Pfütze, verfluchte ich meinen Tatendrang. Ein Workout zu Hause oder der Gang ins Fitness wäre wohl schlauer gewesen.

Kaum sind diese Gedanken gedacht, da kommt er. Der magische Moment im Wald. Ein Reh, etwa drei Meter vom Weg entfernt, schaute mir in meine verschwitzten Augen. Das Reh blieb wo es war und so betrachteten wir uns gegenseitig. Ich verabschiedete mich ehrfürchtig und lief weiter. Beschwingter, lockerer und um ein Geschenk reicher.

Solch magische Momente erlebe ich auch im Glauben. Oft wenn ich meine Gedanken hinterfrage, die grossen und kleinen Fragen des Lebens hintersinne, dann kommt ein magischer Moment. Eine Antwort, ein Input oder eine Bestätigung durch meine Liebsten.
Kommen mal wieder Zweifel auf, sei es durch Missbrauchsskandale oder die unsinnige Personalpolitik, da wird durch Engagierte an der Basis dies schnell wieder relativiert. Solch magische Momente lassen mich weiter glauben.

Gerade in der Adventszeit ist die Dichte an magischen Momenten besonders hoch. Das Reh im verschneiten Wald machte da einen wunderbaren Start. Immer wieder magisch sind für mich die Roratefeiern. Früh morgens, es ist dunkel, kalt, ungemütlich. Man setzt sich in die Kirchenbank und ein magischer Moment nach dem anderen folgt. Es wird heller, wärmer und dies nicht nur äusserlich.

Ich freue mich auf viele weitere magische Momente, ob draussen im Wald oder im Kerzenschein.

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