Als ich letzte Woche vom Feuer in Moria gehört habe, kam mir das Bild von Mordor in den Sinn. Eine düstere, schwarze, unheilvolle Welt.
Alles was ich über Moria gelesen habe, klingt verheerend. Viel zu viele Menschen als erlaubt auf engem Raum eingepfercht, miserable hygienische Zustände, fehlende Unterbringungen. Ein echtes Mordor.

Das Thema Migration/Integration verunsichert. Die neue Sinusmilieustudie, die wir uns gerade genauer angeschaut haben (kann man nächste Woche auch in unserem neuen Podcast nachhören) zeigt, dass Ängste und Unsicherheiten unter Jugendlichen generell zunehmen. Insbesondere bildungsferne Jugendliche sind verunsichert angesichts der Flüchtlingsströme.

Jugendliche sind Seismographen für gesamtgesellschaftliche Phänomene (Jugendsynode). An ihnen lassen sich die gesamtgesellschaftlichen Erwartungen und Herausforderungen für die Zukunft wie unter einem Brennglas ablesen. Die Ängste der Jugendlichen sind also die Ängste der Gesellschaft – oder eines grossen Teils der Gesellschaft. Wie sonst liesse sich erklären, dass man sich heute viel weniger scheut, öffentlich zu erklären, dass die Situation der Flüchtlinge schon dramatisch ist, dass wir aber einfach keinen Platz für alle haben?

Ängste sind ok. Es bringt ja auch nichts, sie wegreden zu wollen. Wo Ängste sind, braucht es Auseinandersetzung. Wovor konkret haben wir Angst? Was ist unsere Sorge? Ist sie realistisch? Was können wir tun?

Jugendarbeit kann hier viel leisten – und vielerorts tut sie das auch. Z.B. dort, wo Begegnungsräume zwischen jungen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund geschaffen werden. Wo man miteinander ins Gespräch kommt, voneinander hört, sich kennenlernt.

We need peace and liberty – stand auf den Plakaten der auf Lesbos demonstrierenden Flüchtlinge. Friede und Freiheit, das wünschen sich die Menschen in Moria. Das ist es, was sich alle Menschen wünschen und das ist es, was allen Menschen zusteht.
Am Ende von Herr der Ringe schenkt König Elessar dem früher versklavten Volk die Freiheit. Aus Mordor wird ein freies Land.
Es ist unsere Aufgabe, dazu beizutragen, dass sich die Menschen der Realität und damit auch ihren Ängsten stellen können. Damit die alttestamentliche Verheissung der Befreiung aller Menschen wahr wird und wir alle in Friede und Freiheit leben können.

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